Etwa
zwei Dutzend Angehörige und Freunde von getöteten IS-Kämpfern haben vor
dem Auswärtigen Amt in Berlin für eine Rückkehr ihrer in Syrien
gefangenen Töchter, Schwiegertöchter und Enkelkinder demonstriert. Sie
forderten die Bundesregierung
am Montag dazu auf, sich mit den kurdischen Gruppen ins Benehmen zu
setzen, von denen die Witwen und Kinder des untergegangenen „Kalifats“
der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gefangen gehalten werden.
Kennengelernt hatten sich die Angehörigen nach eigenen Angaben bei
Elterntreffen, die von einer Beratungsstelle für Deradikalisierung
organisiert worden waren.
Nach Medienberichten und
Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte halten
die syrischen Kurden knapp 60 mutmaßliche IS-Kämpfer mit deutschen
Pässen fest. Hinzu kommen etwa 45 deutsche Frauen mit etwa 80 Kindern.
Viele der Frauen sind junge Witwen.
Das Auswärtige
Amt hatte Ende März auf Anfrage mitgeteilt, die Bundesregierung prüfe
„auch in Abstimmung mit ihren Partnern mögliche Optionen, um deutschen
Staatsangehörigen, auch in humanitären Fällen, eine Rückführung nach
Deutschland zu ermöglichen“. Außerdem versuche das Auswärtige Amt,
deutschen Staatsangehörigen, insbesondere Kindern, in prekären
Einzelfällen medizinische Hilfe zukommen zu lassen – über
Partnerorganisationen, die in den Flüchtlingslagern tätig seien.